Bundesverkehrswegeplan 2030 erzeugt Kopfschütteln bei den Freien Wählern

FW-Kreistagsfraktion nimmt Stellung zum Bundesverkehrswegeplan und fordert vehement den durchgängigen 6-streifigen Ausbau im gesamten Bereich des Landkreises Ansbach

Mitglieder der FW-Kreistagsfraktion an der Brücke über die A6 bei Dorfgütingen

Mitglieder der FW-Kreistagsfraktion an der Brücke über die A6 bei Dorfgütingen

Hauptthema der letzten Fraktionssitzung der FW-Kreistagsfraktion war der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030. Der Entwurf von Bundes-Verkehrsminister Dobrindt stuft den 6-streifigen Ausbau der A 6 im gesamten Bereich des Landkreises Ansbach nämlich nur in die Kategorie „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ ein. Konkret bedeutet das, dass es vor 2030 keine Baumaßnahme geben wird und es somit realistisch gesehen bis 2040 keine Verbesserung geben wird. Nur der Ausbau von der Anschlussstelle Schwabach bis zur Anschlussstelle Roth ist als fest disponiertes Projekt zur Engpassbeseitigung definiert. Die Freien Wähler im Landkreis Ansbach haben dafür kein Verständnis und fordern die Aufnahme des 6-streifigen Ausbaus der A6 auf der gesamten Strecke von der Landesgrenze Baden-Württemberg bis zur Anschlussstelle Roth in den „Vordringlichen Bedarf“.

Der 6-streifige Ausbau der A 6 wurde bereits bei der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans 2003 diskutiert. Schon damals konnten sich die maßgeblichen Vertreter unserer Region nicht durchsetzen. Seitdem hat sich die Verkehrssituation aber noch deutlich verschärft. Bei der A 6 handelt es sich um eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen in Europa. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989 und der Aufnahme der früheren Ostblock-Staaten in die EU im Jahr 2004 hat sich die Verkehrsbelastung grundlegend geändert. Es könne doch nicht sein, dass diese neue Situation 35 bis 50 Jahre lang ignoriert werde zum Nachteil unserer Region! Nach den Verkehrsprognosen wird vor allem der LKW-Verkehr auf der gesamten A 6 zwischen dem Weinsberger Kreuz und Nürnberg weiter überproportional steigen. Durch den 6-streifigen Ausbau der A 6 bis Schwabach West wird die Staugefahr zusätzlich weiter nach Westen verlagert. Damit steuert unsere Region auf einen Verkehrskollaps zu, der mit regionalen Maßnahmen nicht mehr zu entschärfen sein wird.

Laut der Beschlussvorlage des Landratsamts für die kommende Sitzung des Kreisausschusses fordert auch die Wirtschaft in der Metropolregion Nürnberg fordert vehement den Ausbau. Eine Stauumfrage bei Unternehmen hatte ergeben, dass der gesamte 6-streifige Ausbau der A6 von Nürnberg bis zum Autobahnkreuz Feuchtwangen als dringlichste Verkehrsmaßnahme erachtet wurde. Bereits jetzt ist bei den häufigen Staus auf der A 6 für alle anliegenden Städte und Gemeinden die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Ortsdurchfahrten sind oft über Stunden blockiert. Der Einsatz der freiwilligen Hilfskräfte bei Unfällen führt stellenweise zu einer Überlastung der Einheiten. Eine nachhaltige Entwicklung unserer Wirtschaft wird dadurch gestört.

Kopfschütteln verursachte bei den FW-Kreisräten die Tatsache, dass andere Maßnahmen, die allgemein als weit weniger wichtig angesehen werden, dennoch im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans enthalten sind. „Ich kann mich an keinen Stau auf der B 14 in Katterbach erinnern, außer, wenn die Strecke als Umleitung wegen eines Unfalls auf der Autobahn benutzt werden muss“, so MdL Dr. Peter Bauer. Und er kenne die Situation als direkter Anlieger in Sachsen b. Ansbach wirklich genau. Die Ortsumgehung Katterbach ist als „Vordringlicher Bedarf“ enthalten, weshalb man mit einer Umsetzung bis 2030 rechnen kann. Hier stehen die 10,9 Mio. € geschätzte Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen und zum Landverbrauch, so die einhellige Meinung der FW-Kreisräte. Die Ortsumgehung Stein mit einem Tunnel unter der Rednitz mit Kosten von 131,8 Mio. sei auch enthalten, obwohl man genau wisse, dass dieses Projekt aufgrund der Ablehnung der Stadt Nürnberg so nicht umgesetzt werden könne.

Der Bundesverkehrswegeplan 2030 muss jetzt die Weichen für eine zeitnahe Umsetzung des 6-streifigen Ausbaus der A 6 stellen. Nur durch die Kategorisierung in den „Vordringlichen Bedarf“ ist dies möglich. Die FW-Kreistagsfraktion appelliert an die Bundesregierung und die Bayerische Staatsregierung, diese für die weitere Entwicklung unserer Region äußerst wichtige Infrastrukturmaßnahme schnell umzusetzen. Ein Zuwarten bis über das Jahr 2030 hinaus ist nicht zumutbar.

Hans Henninger
Fraktionsvorsitzender